Geschichte : Anna Zillken

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Anna Zillken wurde am 17.7.1898 in Wallerfangen an der Saar geboren. Bereits 1922 während ihrer Studienzeit in Berlin beschäftigte sie sich als Sekretärin von Agnes Neuhaus mit sozialen Fragestellungen und den zahlreichen Aufgabengebieten der sozialen Arbeit. Eine weitere Wurzel ihres sozialen Wirkens lag in der Begegnung mit Pfarrer Carl Sonnenschein. Mit ihm und ihrer Schwester Elisabeth Zillken arbeitete sie in der sozialen Studentenbewegung, dem sogenannten "Sonnenscheinkreis". Seit 1922 gehörte sie dem Katholischen Fürsorgeverein (später: Sozialdienst katholischer Frauen, SkF) an. 1925 promovierte sie in Köln. Eines ihrer größten Anliegen war die Ausbildung der Menschen, die sich für die soziale Arbeit berufen fühlten. Seit 1928 war sie Leiterin der bereits 1916/1917 gegründeten Wohlfahrtsschule (seit dem 1.8.1966 in stillem Gedenken an Dr. Anna Zillken Anna-Zillken-Schule, 1999 nochmals geändert in Anna-Zillken-Berufskolleg). Durch ihren Enthusiasmus und ihren festen Glauben an Gott meisterte sie die schwere Zeit des Nationalsozialismus und unterrichtete während der Evakuierung unter schwersten Bedingungen in Salzkotten. Im Jahre 1948 kehrte die Schule nach Dortmund zurück, wobei zunächst in einer Baracke weiter gelehrt wurde. Neben ihren Aufgaben als Schulleiterin und der Tätigkeit im Katholischen Fürsorgeverein widmete sie sich der Jugendarbeit, der offenen Jugendfürsorge sowie der Heimerziehung und Jugendpflege. Seit 1950 hatte sie einige Jahre den Vorsitz der Katholischen Vereinigung der Sozialschulen inne. Von 1952-1962 war sie Angehörige des Vorstandes der Konferenz der Deutschen Schulen für Sozialarbeit. Hier wirkte sie an der Entwicklung der Schulen und der Neuordnung der sozialen Ausbildung mit. Ebenfalls arbeitete sie für den Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fürsorgeerziehungstag (AFET) und in verschiedenen Fachausschüssen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, besonders der Fachausschuss für Soziale Ausbildungsfragen lag ihr am Herzen. Sie widmete sich dem Aufbau von Erziehungsberatungsstellen und unterstützte die Erarbeitung ministerieller Richtlinien für die Erziehungsberatung. Auch international war das Wirken von Anna Zillken gefragt. Direkt nach dem Ende des Krieges arbeitete sie viele Jahre für das Büro der Union Catholique Internationale de Service Soicale Brüssel mit. Ihre schwere Erkrankung zwang sie 1962 die Leitung der Schule abzugeben. Anna Zillken und ihre wertvolle Arbeit wurden mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und des Ordens Pro Ecclesia et Pontifice gewürdigt. Am 12.2.1966 starb Anna Zillken nach langer schwerer Krankheit.

Anna Zillkens Weltbild war ebenso wie das ihrer Schwester und das von Agnes Neuhaus geprägt von einer tiefen spirituellen Vereinigung mit Gott. Sie ließ jeden, der es wollte, am Schatz ihres reichen Wissens teilhaben. Sie war immer vielseitig orientiert und widmete sich der Bildung ihres Geistes mit einer ihr eigenen Hingabe. Dies verlieh ihr eine bewundernswerte Überlegenheit, die allerdings nie eine Überlegenheit im negativen Sinne war. Sie sah immer die Ganzheitlichkeit des sozialen Dienstes und das pädagogische Element des sozialen Berufes als besonders wichtig an. Im Kern der Sozialarbeit stand für sie die Beziehung des Hilfesuchenden zum Helfer. Aus diesem Grund sah sie die direkte Anwendung und Lehre der damals noch neuen Methoden "casework" und "group work" als herausragende Weiterentwicklung in der Ausbildung des Sozialarbeiters. Für Anna Zillken bedeutete soziale Arbeit Fürsorge, Liebe und Verstehen des ganzen Menschen. Dieser Aufgabe widmete sie sich bis zu ihrem Tod mit aufopferungsvoller Hingabe. Zu ihrem politischen Engagement für die Zentrumspartei im Reichstag zählte auch das Zustandekommen des Bundessozialhilfegesetzes, denn ihrer Ansicht nach musste man den Hungernden erst zu essen geben bzw. soziale Hilfe leisten, dann hätte auch die Rückführung der Hilfsbedürftigen zu Gott und das Evangelium eine Chance.